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Das kleine Kätzchen

Ein kleines Kätzchen lag eingerollt auf einer Stufe eines alten Hauses. Sein kleiner Bauch hob sich langsam auf und ab. Es war ein Tag vor Weihnachten und es hatte leicht zu schneien begonnen. Kalt blies der Wind um die Häuserecken. Das kleine Kätzchen schlug die Augen auf und reckte das rosa Näschen in die feuchte Luft, denn es war sehr hungrig. Kälte und Hunger waren ihm seit einiger Zeit nicht fremd,  hatte es doch kein Heim mehr gehabt seit es dieses Frühjahr geboren wurde. Es war toll mit den vielen Geschwisterchen zu spielen, die Mama war immer da, es war warm und es gab genug Milch zu trinken. Es leckte sich sein kleines Maul…Auf einmal waren alle Geschwister weg und die Mama hatte sich nicht mehr um es gekümmert. Die Geborgenheit der Familie fehlte sehr, und so lief es weg, immer weiter fort, bis zu einem Platz, an dem viele Häuser und Menschen waren. Laut war es dort, und auch gefährlich – oft musste es einen schnellen Satz machen, um einem rollenden großen Ding auszuweichen.

Es gab zwar genug Reste von Futter in großen Behältern, aber gemütlich war das nicht.
Zudem gab es andere Katzen, die Anspruch auf die Futterbehälter erhoben. Ständig gab es Raufereien, und nicht selten holte es sich nicht nur eine blutige Nase. Das Leben war schwierig. Nur in seinen Träumen empfand es noch Behaglichkeit und Freude.
Traurig und mit knurrendem Magen schlich das Kätzchen die graue Hausmauer entlang. Die nassen, weißen Flocken tanzten wild umher und legten sich auf sein Fell. Ein weißer nasser Ball flog ihm entgegen und traf es. Das Kätzchen duckte sich ängstlich und hörte lachende Kinderstimmen sich entfernen.

Immer noch verschreckt duckte es sich die Häuserwände entlang. Überall brannten schon Lichter und Dunkelheit und noch mehr Kälte breitete sich langsam über die Stadt. Einen warmen Platz zu finden fiel in den letzten Tagen immer schwerer. Und genug zu Fressen hatte es auch schon seit Tagen nicht mehr. Die vielen dunklen Gassen der nassen Straßen machten ihm wieder Angst. Mutlos setzte es sich in einen Schatten und schnaufte durch, während Menschen hastig hin und her eilten.

So blieb es mutlos sitzen bis es still wurde. Kaum ein Licht brannte mehr und ihm war entsetzlich kalt Hastig lief es los, um doch noch eine warme Ecke zu finden.
In einer nahen Querstraße sah es ein helles Licht strahlen. Das machte es neugierig. Vorsichtig setzte es eine Pfote vor die andere und schlich in die Nähe des gleißenden Lichts. Es musste mit den Augen zwinkern. Sein Herz klopfte wild, eine leichte Furcht kam wieder auf, doch die Neugier war stärker. Vorsichtig schaute es um die Ecke und sah einen dicken Mann mit weißem Bart und rotem Mantel, und neben ihm stand eine Kutsche, vor der große Tiere eingespannt waren.

Der Mann schüttelte ständig den Kopf und fasste sich an die Stirn. Um ihn herum lagen bunte Päckchen mit Schleifen, einige Puppen, eine rote Stoffkatze, Nüsse und Süßigkeiten. So etwas hatte das kleine Kätzchen noch nie gesehen.
„Oh je! Ihr wart zu schnell, die Kurve habt ihr ja genommen als sei heut schon Silvester. Jetzt muss ich alles schnell wieder in den Sack packen und dann müssen wir sehen, wie wir das noch schaffen.“
Betreten standen die braunen Tiere da und steckten die Köpfe zusammen.
Das Kätzchen konnte sich an den ganzen Spielsachen, die da lagen, nicht satt sehen. Wie schön wäre es, mal wieder ungezwungen zu spielen und etwas richtig zu zerfetzen, so wie es mit ihren Geschwistern war. Das Licht strahlte eine wohlige Wärme aus und das Kätzchen hätte sich gerne in mitten der Spielsachen gesetzt
Also schlich es sich heran, machte einen Satz und kroch ganz leise unter einen großen Teddybären. Er war wundervoll weich und schnell war es dem Kätzchen warm und es fühlte sich behaglich. Mit weit geöffneten Augen beobachtete es den großen Mann, wie er die Spielsachen und Päckchen nacheinander in einen großen Sack steckte. Dabei sang er eine Melodie, die dem Kätzchen sehr gefiel. Er sang etwas von „Weihnachten“. Von so etwas hatte es noch nie gehört und es überlegte, was das wohl sei? Vielleicht etwas leckeres zu Fressen?

Es entspannte sich und beschloss, noch ein wenig die Wärme zu genießen. Die Pfoten steckte es unter seinen Körper und es schloss die Augen. Müdigkeit breitete sich aus. Was kann es schon schaden, ein wenig zu dösen? Und bevor der Mann mich bemerkt bin ich auch schon weg! Plötzlich wurde es von einer großen Hand hochgehoben und in den Sack gesteckt. Voller Angst machte das Kätzchen einen Purzelbaum und versank immer tiefer im Sack. Die Krallen tief in den Teddybären gebohrt verharrte es voller Entsetzen in der Dunkelheit. Immer mehr Gegenstände fielen auf seinem Kopf, die mit der großen Hand in den Sack gestopft wurden. Am Ende wurde der Sack mit einer Kordel fest verschnürt. Dann spürte es, wie er auf einen harten Boden abgesetzt wurde. Nach kurzer Zeit gab es plötzlich einen Ruck, dann hörte es kleine Schellen läuten und spürte ein komisches Gefühl im Magen.
„Wie komme ich hier wieder heraus?“
Die Krallen fest in den Teddy geschlagen starrte es angstvoll in die Dunkelheit und sein kleines Katzenherz schlug ihm bis zum Halse. Es spitzte die Ohren, doch alles was es hören könnte waren die Schellen und der Wind, der kräftig zu blasen schien.
Dann verstummten die Schellen, der Sack wurde hochgehoben und das Kätzchen mit dem Sack geschüttelt. Es wurde wärmer und nun konnte es auch wieder Stimmen hören. Kätzchen spitzte die Ohren und hörte was da draußen los war.
Kinderstimmen riefen aufgeregt durcheinander: „Du bist der Nikolaus.“
„Das ist richtig, und weil ihr brav gewesen seid, habe ich euch auch etwas mitgebracht.“
Der Nikolaus öffnete den Sack und griff mit seiner großen Hand hinein. Er fischte eine blonde Puppe heraus. Das Kätzchen wurde erneut sehr ängstlich und duckte sich unter den Teddybären.
„Die ist für dich, weil du ganz besonders fleißig in der Schule warst.“ sagte der Nikolaus.
„Vielen Dank, lieber Nikolaus“ bedankte sich eine artige Stimme.
„Und was bekomme ich“ rief eine helle Stimme ungeduldig dazwischen.
„Für dich habe ich ganz was Schönes dabei“ lachte der Nikolaus
Wieder fuhr die große Hand in den Sack. Sie packte nach dem braunen, dicken Teddybären, an welchem das Kätzchen sich so angstvoll klammerte. Nein, schrie es innerlich, krallte sich noch fester an das Fell des Bären. Es gab einen Ruck – Kätzchen war aus dem Sack und landete in zwei kleinen Kinderarmen.
Alle schauten mit großen Augen auf das kleine Kätzchen, welches sich am liebsten in den Teddybären hinein verkrochen hätte.
„Eine Katze“ rief ein kleiner Junge freudig, „und ein Teddy!“
Der Nikolaus, die Eltern und das kleine Mädchen schauten verdutzt auf den kleinen Jungen. „Da stimmt aber was nicht“ murmelte der Nikolaus,  „das stand nicht auf der Wunschliste“.
„Ist die süß“, sagte das kleine Mädchen und streichelte liebevoll das Fell des Kätzchens.
„Schau mal, sie hat ja Angst“. Die Mutter nahm Kätzchen, das völlig verängstigt und ein wenig zitternd an dem Teddy hing, vorsichtig in den Arm und kraulte ihm das Köpfchen.
Nie hatte Kätzchen so liebevolle Streicheleinheiten bekommen. Es begann sich zu entspannen und schnurrte ganz leise.
Die ganze Familie stand um den kleinen Gast und beobachtete das kleine Kätzchen.
Der Nikolaus legte seine große Hand auf sein Köpfchen.

„Hier wird es dir bestimmt gut gehen kleines Kätzchen.“ schmunzelte der Nikolaus
Alle wollten Kätzchen streicheln. Die erste Schüssel warmer Milch schmeckte wundervoll und die Erinnerungen an Mama und den Geschwistern stiegen wieder in ihm hoch.
Als sich Nikolaus verabschiedete und weiterfuhr, stand Kätzchen glücklich am Fenster und schaute zu wie sich die große Kutsche mit den braunen Tieren in die Luft hob und langsam verschwand.
Es hatte wieder leicht zu schneien angefangen und das Kätzchen sprang vom Fenstersims ins heimelige warme Zimmer mit dem großen geschmückten Baum und den Geschenken und der Familie, die so lieb zu ihm war. Wenn das Weihnachten ist – dachte es sich –  dann ist es das schönste, was ich je erlebt habe.

Anatomische Gegebenheiten

Jetzt weiß ich, wofür Kühe einen Schwanz haben und warum der nicht dekupiert wird… :-)

Weihnachtlich-schöne, sehr rührselige Flash-Animation. Der Klick auf den Link unter dem Bild lohnt sich!

Girl And The Teddy Bear

Konturlos

rote Lippen

rote Lippen

Als er erwachte lag die Erinnerung eines absonderlichen Traumes wie der bittere Nachgeschmack einer durchwachten Nacht schwer auf seinen Lidern. Mühsam raffte er sich auf, verharrte kurz in einer grotesken, halb sitzenden Position und verließ abrupt sein Bett. Schwindel überkam ihn, und er sank auf sein Bett zurück. Das Bild eines konturlosen Gesichts ohne Nase, Ohren oder Falten flirrte in seinem Kopf.

Und plötzlich war da wieder dieser Juckreiz in seiner linken Hand, der ihn gestern schon den ganzen Tag irritierte und ihn wahrscheinlich auch die Nacht über nie ganz verlassen hatte. Er öffnete seine Hand. Etwas… rundes, perlenartiges lag in ihr; klein, leicht bläulich schimmernd.

Und nun überkamen ihn die Bilder mit einer derartigen Wucht, dass er aufstöhnte. Ein schemenhafter – nein! – ein schematischer Körper, mit wachsweißer Haut. Keine Konturen, grotesk schlanke Proportionen. Keine Kleidung, keine Gelenke, keine Finger. Nichts Wirkliches! Nur die reine Idee einer Person! Und ein puppenartige Gesicht.

Mit Lippen, so rot, voll und lebendig… Und Augen… vom reinsten blau, das er je gesehen hatte. Und voller Trauer, Schmerz und Klage.

Der Juckreiz in seiner Hand riss ihn aus seinen Bildern zurück in das Hier und Jetzt. Er fing an sich zu kratzen, immer stärker, blutete. Doch der Juckreiz wurde schlimmer. Zudem machten sich pochende Kopfschmerzen und ein penetranter Geschmack nach Bittermandel breit.

Taumelnd stand er auf und wankte, sich immer heftiger kratzend, ins Bad. Er ließ kaltes Wasser über seine blutende linke Handinnenfläche laufen. Der Juckreiz indes blieb und wurde stärker. Er kratzte sich wieder, intensiver, und seine Nägel schnitten in die Perle. Er hatte den Eindruck sie sei sogar gewachsen. Konnte das sein?

Ein jäher Stich durchzuckte seinen Kopf und eine durch Hall verzerrt klingende Stimme von sehr weit weg drang an sein Ohr: hilf mir, komm zu mir. Und das Bild der Augen entstand wieder vor ihm, schmerzerfüllt, flehend!

Was geschieht mit mir? Drehe ich durch? Er musste diese Bilder los werden, dieses Gebilde – die Perle – die aus seiner Handinnenfläche wucherte und wie verrückt juckte! Kurzentschlossen umfasste er die Perle mit den Fingern seiner Rechten und bohrte seine kurzen Nägel in die Haut. Der Schmerz war intensiv, aber erträglich. Er atmete noch einmal tief ein, hielt kurz inne und blickte in den Spiegel. Sein Counterfeit blickte ihm entgegen, blass und konturlos… mit tiefblauen Augen voller Trauer, Schmerz und Klage… Dann schloss er seine Rechte mit aller Kraft. Seine Nägel bohrten sich in sein Fleisch, und mit einem Ruck riss er die Perle aus seiner Handfläche heraus. Er spürte keinen Schmerz, nur einen Schwindel. Während er zu Boden glitt verlor der Raum jede Plastizität, wurde zweidimensional und von Nebel eingehüllt.

Er erwachte, blinzelte, schlug seine Augen auf, konnte jedoch nichts erkennen. Er blinzelte erneut, mehrmals und angestrengt, doch da war nichts. Nur ein weißliches Licht, das von überall zu kommen schien.

„danke“ hörte er eine Stimme sanft ohne jegliche Intonation sagen.

„Danke? Wofür?“ entgegnete er.

„dass du hier bist“ lautete die Antwort.

Er blickte in Richtung der Stimme, blinzelte erneut – und sah in jene tiefblauen Augen.

„willkommen“ vernahm er, und er war sich sicher, dass dieses Wort von dem Wesen stammte, dessen formloser Körper mit wachsweißer Haut sich kaum von der Umgebung abhob. Aber seine roten Lippen hatten sich nicht bewegt.

Neulich am Drive-in

Autofahren macht Spaß. Essen auch. Am meisten Spaß macht Essen im Auto, deswegen habe ich auch diese erhöhte Affinität zu Drive-In Schaltern…

McDooof

Speziell in meinem Lieblings Fast-Food Restaurant. Das Vergnügen an dieser Self-Service Station des Essens auf Rädern wird allerdings erheblich durch die Qualität der Gegensprechanlage gemindert.

Gegensprechanlage… Diesen Namen hat das Ding nur bekommen, weil sie völlig gegen das Sprechen ausgelegt ist…

“Hiere Bechellung hippe.” knarzt es mir aus dem Lautsprecher entgegen.
Klingt für mich nach Schellackplatte…

Aus Erfahrung aber weiß ich, dass sich die Stimme  (männlich… weiblich… nicht wirklich zu unterscheiden, ich tippe aber auf Letzteres) am anderen Ende dieses Dosentelefons soeben nach meiner Bestellung erkundigt hat.

Jetzt einfach zu bestellen ist  mir zu langweilig, also frag ich:

“Haben sie etwas vom Huhn?”

Aus dem Lautsprecher ertönt ein schwer verständliches Wort, das aber eindeutig mit: “…icken” endet. Ich antworte:

“Später vielleicht, zuerst möchte ich was essen.”

Etwas lauter tönt es zurück: “SCHICKEN?”

Ich kann es mir nicht verkneifen: “Nein ich würde es gleich selbst
abholen. Ich bin ja quasi schon da!”

Eine kurze Pause entsteht, ich stelle mir das langsam rot werdende Gesicht der jungen McDoof-Magd vor. Als die Sprechpause zu lang werden droht, sage ich: “Ach sie meinen CHICKEN? Nee, lieber doch nicht. Haben sie vielleicht Presskuh mit Tomatentunke im Röstbrötchen?”

“Hamburger?” fragt mein unsichtbares Gegenüber zurück.

Wahrheitsgemäß antworte ich: “Nein ich bin von hier. Aber hat das denn Einfluss auf meine Bestellung?”

“Wol-len sie ei-nen Ham-bur-ger?” dringt die Stimme nun deutlich geprresster.

“Jetzt beruhigen sie sich, ja ich nehme einen. Aber bitte ohne die Plastikscheiben, die Sie als Gurken bezeichnen.”

“Schieß?”

“Wenn Sie so direkt fragen… Stimmt, hatte ich nach meiner letzten Mahlzeit hier, mittlerweile ist meine Darmflora aber wieder wohlauf, ich denke ich kann es erneut riskieren.”

Die Stimminhaberin beginnt mir zwar ein wenig leid zu tun – sie kann ja nichts für ihren Job – aber jetzt hab ich ja schon mal angefangen.

“Ob sie KÄ-SE auf den Hamburger möchten?”

“Ah ja gern, ich nehme einen mittelalten Weißlacker, nicht zu dick
geschnitten bitte, und von einer Seite leicht angeschmolzen.”

Ob die nächste Ansage aus dem Lautsprecher: “Sicher doch.”, oder “Arschloch” lautet, kann ich nicht
genau heraushören… Deutlicher erklingt nun:

“Was dazu?”

“Doch ja, ich hätte gern diese gesalzenen, frittierten Kartoffelstäbchen.”

“Also Pommes?”

“Von mir aus auch die…”

“Klein, Mittel, Groß?”

“Gemischt, und zwar jeweils zu einem drittel große, mittlere und kleine.”

“Soll DAS eine VERARSCHE werden???”

Diese wiederum sehr laut formulierte Frage verstehe ich klar und deutlich – das Dosentelefon scheint doch in Ordnung zu sein- sie verlangt eine ehrliche Antwort:

“Falls das die Bedingung ist, hier etwas zu Essen zu bekommen: JA. Also? Machen wir weiter?”

Die Stimme schnauft kurz und fragt: “Gut, gut. Pommes, etwas zu den Pommes?”

“Ein schönes Entrecôte, blutig und ein Glas 1996er Spätburgunder bitte.” Ich mag zwar keinen Wein, finde aber, das passt gerade ganz gut.

“ICH KOMM DIR GLEICH RAUS UND GEB DIR BLUTIG!!!”

“Machen sie das, aber verschütten sie dabei bitte nicht den Wein.”, kontere ich.

“Schluß jetzt, Schalter 2 -  4 Euro 15.”

Schon vorbei? Gerade als es anfing lustig zu werden. Aber ich habe noch ein Ass im Ärmel. Ich zahle mit einem 100 Euroschein.

“Tut mir leid, aber ich hab`s nicht passender.”

Freundlich werde ich ausgekontert: “Kein Problem.” Mit kaltem Blick lässt ein bemützter Herr mein Wechselgeld auf den Stahltresen klappern. Aber ich will den Schlußtriumph. Also, Zeit fürs Finale.

“Kann ich bitte ´ne Quittung bekommen?” frage ich überfreundlich. “Ist ein Geschäftsessen!”

Nun hab ich da erst mal Hausverbot!! Aber was soll´s? Gibt ja noch sooo viele Andere – hoffentlich tauschen die Untereinander nicht die Autokennzeichen aus…?!

Am Tag der Oscar-Verleihung gab es glücklicherweise eine Vorpremiere zum Film “Der Vorleser” mit Kate Winslet, deren schauspielerische Leistung mir im Film “Zeiten des Aufbruchs” schon nahezu Oscar-reif vorkam.
Für ihre Rolle in “Der Vorleser” war sie nominiert, und so musste ich unbedingt in diesen Film.
Zudem bin ich um das Wissen bereichert worden, dass es nicht nur in Frankfurt sondern auch in Düsseldorf einen CineStar gibt.

Hanna (Kate Winslet) und Michael (David Kross)

Hanna (Kate Winslet) und Michael (David Kross)

In der deutschen Nachkriegszeit Ende der 1950er verliebt sich der 15jährige Michael Berg (David Kross) in die gut 20 Jahre ältere Straßenbahnschaffnerin Hanna Schmitz (Kate Winslet), nachdem diese sich um ihn kümmerte, als ihm auf dem Weg nach Hause schlecht wurde. Die Beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre miteinander, die Michael seine erste Liebe und seinen ersten Sex beschert. Hanna liebt es, wenn Michael ihr vorliest, und so verschiebt sich der Schwerpunkt ihrer Beziehung immer mehr.
Eine Beförderung mit Büroarbeit führt jedoch dazu, dass Hanna unverhofft die Stadt verlässt; Michael verliert sie aus den Augen.
Überraschend sieht er Hanna 8 Jahre später wieder – er ist Jurastudent, sie Angeklagte eines Auschwitz-Prozesses. Hin- und hergerissen von seinen Gefühlen verfolgt er den Verlauf des Prozesses und muss sich entscheiden, ob er zu ihrer Entlastung beiträgt oder Gerechtigkeit walten lassen will… denn seine Gefühle bestehen weiterhin.

Die Fragen des Buches sind nach all den Jahren immer noch spannend, aktuell und von Bedeutung: sie drehen sich um Schuld, Sühne und um Gerechtigkeit. Und um das, was mit Menschen passiert, die ihre Liebe plötzlich mit ganz anderen Augen sehen müssen. Gibt es die wahre, alle Hindernisse überwindende Liebe? In “Der Vorleser” ist diese Liebe zumindest so intensiv, dass sie das Leben zweier Menschen für alle Zeit miteinander verbindet.
Sehr beeindruckend fand ich Kate Winslet als Hanna Schmitz, wie sie die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen zwischen Leidenschaft, Wut, Entsetzen, Zurückweisung und Trauer beherrscht und vorführt. Der Oscar ist hierfür mehr als gerechtfertigt.
Die Zerrissenheit des jungen, leidenschaftlichen und des erwachsenen Michael Berg werden emotional ergreifend greifbar :) gemacht. Während Daniel Kross, zwar noch mit kleinen darstellerischen Schwächen (die moralische Zerrissenheit aufgrund seiner Gefühle gegenüber Hanna und ihrer Schuld hätten zwischen dem 15- und 23-jährigen Michael deutlicher argestellt werden müssen), für mich überraschend souverän in seinem Hollywood-Debut agiert, blieb Ralph Fiennes als älterer Michael Berg sehr farblos und wenig ausdrucksstark.
Ärgerlich empfand ich die vielen Ungereimtheiten bezüglich der Sprache (in einer Provinzgaststätte des Nachkriegsdeutschland gibt es englische Speisenkarten?). Störend sind die vielen zeitlichen Sprünge innerhalb der Geschichte, die den Zuschauer immer wieder aus der derzeitigen Situation und Problematik der Beziehung reissen. Zudem werden viele der interessanten Fragen erst gegen Ende des Filmes wirklich thematisiert und verblassen dort.
Für mich ist dieser Film trotz der kleinen Schwächen und Mängel in jedem Fall ein wunderbarer Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Depeche Mode “Wrong”

Ursprünglich war geplant, dass Depeche Mode am Samstag, den 21.02.09 auf der Echo-Verleihung als Weltpremiere ihren neuen Song “Wrong” aus dem kommenden Album “Sounds of the universe” vorstellen. Leider spielte der bekannte amerikanische Radiosender KROQ den Track bereits einen Tag zu früh.

Nun scheint es eine weitere Panne bei der Vorstellung des Videos gegeben zu haben. Auf der Newsportalseite 20minuten tauchte gestern das offizielle Video auf, wurde nach einiger Zeit scheinbar vom Server genommen und ist nun wieder online.
Während das Audio noch eine düstere, jedoch subtil warme Atmosphäre erzeugt, geht die Band beim Video eher neue und ungeahnt drastische Wege. Für mich ist Beides eine sehr stimmige Umsetzung des Textes!
Für den Text klicke hier.

Auf youtube kann sich der geneigte neugierige Musikliebhaber das neue Werk der Kultband anschauen und -hören:

Da EMI in den letzten Tagen sehr aktiv gegen diese sneak previews vorgeht könnte es allerdings sein, dass auch dieser Link bald wieder vom Netz geht. Ich versuche ihn so aktuell wie möglich zu halten :P

Mirror – Nostalgia

Sehr schöne Ballade von Mirror, einem Projekt des ehemaligen Slow-Sängers Tom Anselmi, sowie des Keyboarders Vincent Jones. “Mirror” wurde von Anselmi ins Leben gerufen und wurde von Jones, der schon an Gahans “Live Monsters”-DVD mitgearbeitet hat, produziert, aufgenommen und gemixt.
Die Vocals übernimmt bei ´Nostalgia´ Dave Gahan, der Sänger von ´Depeche Mode´. Der langjährige Bowie-Pianist Mike Garson wirkt ebenfalls an diesem Song mit. Jones beschreibt den Song als “elektronisch, orchestral, alt und neu, vor allem aber ist er sehr kraftvoll.”

Hier geht es zur Internetseite des Projekts.
Dort könnt ihr das komplette Album in hoher Qualität anhören.
Das Video zum Song gibt es natürlich auch hier:

Und falls sich jemand für den Songtext interessieren sollte…

As a thirst becomes a sickness
And desire is all you feel
A photograph that made us laugh
Now your skin has such a thickness
That you can’t tell what is real
Anymore
It’s a feeling like nostalgia
Keeps me turning back to you
And a feeling like nostalgia
For the dreams that we once knew
If you’re feeling like
What we were feeling is through
Why do I feel nostalgia?
Why do I feel nostalgia?
Like you
We were running to the future
When we fell into the past
A memory
When our lives seemed full of promise
Oh, but good things never last
It seems to me
It’s a feeling like nostalgia
Keeps me turning back to you
And a feeling like nostalgia
For the dreams that we once knew
If you’re feeling like
What we were feeling is through
Why do I feel nostalgia?
Why do I feel nostalgia?
Like you
If you’re feeling like
What we were feeling is through
Why do I feel nostalgia?
Why do I feel nostalgia?
Like you

The watercolour painting

WatercolourIt seems to be raining
on our watercolour painting.
The love we have today
will never turn into grey.
I love you more than I know
or ever could show
for now and always.
(forever and this moment
forever and today)

I´m tempted in your presence
And I want to hold you near.
The part of you complement
is the only thing I fear
More than I know
Or ever will show…

It seems to have stopped raining
on our watercolour painting.
I glance at what remains
at feelings lying just in chains
More than we know
or ever would show…
for now and always.
(forever and this moment
forever and today)

Your absence and your silence
seem to me like holding shields.
Forced by untamed violence,
brittle love on killing fields.
More than we know…

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