Fortsetzung zu Teil 1 bis Teil 4:
zu 5.: Beispielhaft erwähne ich hier die Schlußszene aus dem Film „Der Rosenkrieg“. Beide Darsteller liegen buchstäblicham Boden, psychisch und physisch zerstört. Immer energischer hatten sie zuvor versucht den anderen fertig zu machen um in den Besitz des Hauses zu kommen.
Manche Menschen zahlen gerne den Preis der Selbstschädigung, wenn sie dabei nur einen anderen ebenfalls schädigen oder besiegen können. Offen aggressive und strafende Aktionen sind gar nicht nötig, wenn eine Selbstg-Sabotage ausreicht, das Ziel der Rache zu treffen. Das „schwarze Schaf“ der Familie, das die Eltern allein schon durch die Existenz beschämt, ist ein Beispiel hierfür. Viele „Leistungsverweigerer“ begleichen dadurch eine Rechnung mit ihren Eltern, von denen sie sich zu wenig geliebt, schlecht behandelt oder vernachlässigt fühlen. Die Verweigerung ist eine Form der Rache, zugleich oft aber auch der verzweifelte Versuch, dennoch Zuwendung und Aufmerksamkeit zu bekommen.
Besonders verzwickt ist es, durch gezieltes Fehlverhalten eine Bestrafung zu provozieren. In manchen Paarbeziehungen versucht der vermeintlich Schwächere den anderen zu kontrollieren, indem er ihn zu einer aggressiven Reaktion oder Bestrafung herausfordert. Das Machtgefälle wird so psychologisch zumindest teilweise ausgeglichen, denn das „Opfer“ bestimmt, wann der „Täter“ zu handeln hat. Die so kontrollierte Selbstschädigung ist ein gern in Kauf genommener Preis, um sich an den Schuldgefühlen des „Täters“ weiden kann. Welches bestrafte Kind kennt nicht den Satz: „Du weisst dass mir das mehr weh tut als Dir.“
Menschen versuchen oft auf paradoxe, unverständlich erscheinende Weise ihr Selbstwertgefühl zu retten. Dabei greifen sie manchmal zu Strategien, die einen „Sieg in der Niederlage“ bedeuten, deren psychischen Gewinn sie jedoch nur selbst kennen. Für Außenstehende bleibt das Manöver undverständlich und undurchschaubar. In fast allen Szenarien der Selbst-Sabotage geht es um den Schutz des Selbstwertgefühls und der Selbstachtung.


